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Von A bis Z

Pétanque-Basics – nicht nur für Neulinge

Altersklassen Buchholz-Punkte Cadrage CEP CMSB CNC DBBPV DM-Modus DM-Startplätze DPV DPV-Hauptausschuss DPV-Rangliste DPV-Verbandstag EuroCup FIPJP Jugendländermasters Jury KO-ABCD Kugeln Länderpokal Lizenz Maastrichter Marseillaise Masters de Pétanque Pokal-Modus Poule-System Règlement Setzbaum Schweizer System Startgebühren DM Startplätze DM Tireur Tir de précison Trophée des Villes Weltmeisterschaften Zeitspiel Zielkugel

Neben den altersoffenen Wettbewerben, die im Pétanque die große Mehrzahl ausmachen, gibt es auch solche für einzelne Alters­gruppen, vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Mehr »

Sollen in einem Turnier nach Schweizer System nicht alle Teams mit derselben Zahl von Siegen auch dieselbe Platzierung erhalten, greift man gern zu Buchholz-Punkten als Feinwertung. Pro Sieg, den seine Gegner im Turnierverlauf erzielt haben, erhält jedes Team je einen Buchholz-Punkt. Je mehr Siege seine Gegner insgesamt erzielten, je stärker also diese Gegner waren, desto höher wird das Team in der Endtabelle platziert. Mehr »

Laut Wikipedia wurde die Buchholz-Wertung 1932 von dem Magde­burger Bruno Buchholz für Schachturniere entwickelt. Die Taktik in Schweizer-Turnieren, die erste Runde absichtlich zu verlieren, um im weiteren Verlauf auf schwächere Gegner zu treffen, geht bei Buchholz-Wertung nicht auf.

Zur Unterscheidung von Teams, die auch dieselbe Buchholz-Punktzahl haben, gibt es Feinbuchholz-Punkte. Sie entspechen der Summe der Buchholzpunkte meiner Gegner und sind damit ein Maß für die Spielstärke der Teams, gegen die meine Gegner im Turnierverlauf spielen mussten.

Buchholz-Wertungen ohne Computer-Unterstützung sind möglich, aber mühselig und zeitaufwändig.

(Von frz. cadre = Rahmen.) Die Cadrage ist eine spezielle Spiel­runde zu Beginn von Turnieren mit K.o.-System. In der C. werden nur so viele Partien gespielt, dass danach 8, 16, 32, 64 ... Teams übrig bleiben. Die Sieger der Cadrage-Spiele und die derweil spiel­freien Teams tragen danach ein vollständiges Viertel-, Achtelfinale oder 1/16-Finale (usw.) aus. Mehr »

Rechenbeispiel. 53 Teams starten ins Turnier. Damit in Rd. 2 noch 32 Teams das 1/16-Finale austragen können, müssen 21 Teams in Rd. 1 ausscheiden.  Dazu werden 21 Partien mit 42 Teams angesetzt; die übrigen elf Teams ziehen per Freilos ins 1/16-Finale ein. Die Zahl der Freilose ergibt sich auch so: Nächsthöhere 2er-Potenz minus Anzahl der Teams. Im Beispiel: 64 - 53 = 11.

CEPDie Confédération Européenne de Pétanque ist der Dachverband für derzeit 41 nationale Pétanque-Verbände in Europa. Ihren Sitz hat die im Jahr 1999 gegründete CEP in Belvaux (LUX); Präsident ist seit 2014 der Engländer Mike Pegg (Foto: Archiv). Mehr »

Ähnlich wie im Fußball (UEFA) ist Großbritannien mit mehreren Mit­glie­dern vertreten: England, Schottland, Wales, Guernsey. Mit Israel und Armenien sind zwei außereuropäische Länder in der CEP organisiert. Weiße Flecken auf der Pétanque-Landkarte bilden zum Beispiel Albanien, Irland, Mazedonien.

Unter dem Dach des Weltverbands F.I.P.J.P. organisiert die CEP neben dem EuroCup für nationale Vereins­meister (ab 1998) alle zwei Jahre Triplette-Europameisterschaften in diesen Kategorien: Jugend ab 1998, Frauen ab 2001, Männer ab 2009 und Veteranen ab 2012. Die Espoirs-EM m/w (ab 2008) wird neuerdings jährlich ausgetragen. Inzwischen gehören Tireur-Konkurrenzen in allen Kate­gorien zum EM-Programm. Auf dem EM-Kalender steht seit 2016 auch das Tête-à-tête (m/w).

Geleitet wird die CEP von einem Exekutivkomitee, dem neben Mike Pegg der Vizepräsident Joseph Cantarelli (FRA), Generalsekretär Bruno Fernandez (SVN) und Schatzmeister Tony Smith (WAL) ange­hören. Sie und sieben weitere Personen bilden den CEP-Vorstand (Comité directeur), in dem der DPV schon seit Längerem nicht mehr vertreten ist. (Quelle: CEP », Stand: Oktober 2018)

Die Confédération Mondiale des Sports de Boules (CMSB) war von 1985 bis 2021 der vom Internationalen Olympi­schen Komitee (IOC) anerkannte Dachverband für Pétanque und Jeu Provençal (FIPJP), Boccia (C.B.I.), Boule Lyonnaise und bis 2013 des englischen Bowls-Sports (World Bowls). CMSB-Sitz war Monaco; als Präsident fungierte FIPJP-Chef Claude Azéma. Die CMSB vertrat die Kugelsportarten zum Beispiel bei den World Games und bei den Mittelmeerspielen. Abgelöst wurde sie inzwischen durch die WBPF (World Bowls Pétanque Federation) mit Sitz in Lausanne.

Was hierzulande Liga heißt, ist jenseits des Rheins das Cham­pion­nat National des Clubs. Zentral vom Verband FFPJP geregelt, läuft der jährliche Wettbewerb auf drei Ebenen: Département (CDC), Region (CRC) und Nation (CNC). Üblich sind 8er-Staffeln jeder gegen jeden. Begegnungen umfassen 6 Tête-à-tête-Partien (à 2 Pkte), gefolgt von 3 Doublette-Partien (4) und 2 Triplette-Partien (6). Alle drei Runden haben also dasselbe Gewicht von 12 Punkten; remis ist möglich. Mehr »

Ja, Pétanque wird unterm Dach des Deutschen Olympischen Sport­bunds (DOSB) gespielt. Aber nur indirekt. Der DPV und der Boccia Bund Deutschland bilden gemeinsam den Deutschen Boccia-, Boule- und Pétanque-Verband (DBBPV). Nur dieser gemeinsame Dach­ver­band der Kugel­sportarten wird vom DOSB als Mitglieds­ver­band anerkannt. Mehr »

Deutsche Meisterschaften haben zwei Abschnitte. Phase 1 besteht aus drei Spielrunden im Poule-System ». Im Ergebnis teilt sich das Feld der 128 Teams je zur Hälfte auf A- und B-Turnier. Phase 2 besteht für beide Teilturniere aus sechs Spielrunden mit striktem Knock-out ab 1/32-Finale. Bei der Triplette-DM der Frauen (mit nur 64 Teams) verkürzt sich Phase 2 auf fünf Runden. Mehr »

Die 32 Vierer-Poules in Phase 1 werden (elektronisch) so gelost, dass sich in jedem Poule nur Teams aus verschiedenen Landes­verbänden begegnen. Startet ein Landesverband mit mehr als 32 Teams, werden die dann unvermeidllichen Duelle gleich in Runde 1 angesetzt.

Auf jeden Poule entfällt außerdem ein gesetz­tes Team. Zuständig für die Setzung, die durch die niedrige Startnummer (z. B. NRW01) angezeigt wird, sind die Landes­verbände. Für jedes seiner Teams, das das 1/16-Finale im DM-Hauptfeld erreicht, erhält der Landes­verband im Folgejahr einen Poule-Setzplatz.

Für die erste K.o.-Runde wird den Poule-Siegern jeweils ein Poule-Zweiter (= Barrage-Gewinner) zugelost. Die LV-Zugehörigkeit spielt hier hingegen keine Rolle.

Die Teilnahme am B-Turnier wird nach wie vor von einem Teil der DM-Starter als überflüssig angesehen, stehen. Als Konsequenz muss dann die erste oder zweite B-Turnier-Runde als Cadrage » angesetzt werden.

Die 128 Startplätze bei deutschen Meisterschaften werden von den zehn Landesverbänden in Qualifikationsturnieren vergeben, die zum Teil (z. B. im NPV und im LV Nord) in einem Aufwasch mit den Landesmeisterschaften ausgetragen werden. 50 Prozent der DM-Startplätze werden proportional zur Zahl der Lizenz-Aktiven verteilt, die im Landesverband jeweils spielberechtigt sind. Bei diesen so genannten Quantitätsstartplätzen sind die Schwankungen von Jahr zu Jahr eher gering. Anders verhält es sich bei Qualitätsstartplätzen: Für jedes seiner Teams, das die Poule-Phase mit Erfolg übersteht, also das 1/32-Finale erreicht, erhält der entsendende LV bei der entsprechenden DM im Folgejahr einen Startplatz. Unterm Strich gibt's also je 64 Startplätze nach Quantität und Qualität. Mehr »

Die 32 Vierer-Poules in Phase 1 werden (elektronisch) so gelost, dass sich in jedem Poule nur Teams aus verschiedenen Landesverbänden begegnen. Startet ein Landesverband mit mehr als 32 Teams, werden die dann unvermeidllichen Duelle gleich in Runde 1 angesetzt. Auf jeden Poule entfällt außerdem ein gesetztes Team. Zuständig für die Setzung, die durch die niedrige Startnummer (z. B. NRW01) angezeigt wird, sind die Landesverbände. Für jedes seiner Teams, das das 1/16-Finale im DM-Hauptfeld erreicht, erhält der Landesverband im Folgejahr einen Poule-Setzplatz.

Der Deutsche Pétanque-Verband wurde 1977 in Bad Godesberg gegründet. Als beim Amtsgericht Bonn eingetragener Verein mit Sitz in Siegburg zählt er zehn Mitglieder, nämlich die zehn organisatorisch selbstständigen Landesverbände. Verantwortlich gelenkt wird der DPV von einem dreiköpfigen geschäftsführenden Präsidium, bestehend aus Präsident und den Vizepräsidenten für Inneres und Finanzen. Vgl. DPV-Satzung »

CEPDer DPV ist über den DBBPV » dem DOSB angeschlossen und unterliegt damit automatisch den Anti-Doping-Vorgaben von NADA und WADA. Er ist Mitglied von CEP » und Weltverband FIPJP ». Im europäischen Vergleich zählt der DPV (weit hinter Frankreich) zusammen mit Belgien, den Niederlanden und Spanien zu den großen nationalen Verbänden, die regelmäßig fünfstellige Aktiven-Zahlen melden.

Der Hauptausschuss ist nach dem Verbandstag das zweithöchste Gremium im DPV. Vertreten sind dort die zehn Landesverbände mit je einer Stimme und die drei Mitglieder des geschäfts­füh­renden DPV-Präsidiums, die ihre Stimmen aber nur einheitlich abgeben können. Der Ausschuss tagt mindestens zweimal pro Jahr.  Mehr »

Der Ausschuss hat weitreichende Kompetenzen: Er beschließt über die Sportordnung und die übrigen Ordnungen (Ausnahme nur: Finanzordnung), bereitet die Verbandstage vor und steuert die Etat­pla­nung des Verbandes. Generell dient das Gremium dem Austausch unter den Vereinsmitgliedern, also den zehn Landes­ver­bänden, und mit dem Vereinsvorstand, also dem DPV-Präsidium.

Kritisch gesehen werden kann, dass ein großer Landesverband wie BaWü mit seinen fast 6.000 Verbandsangehörigen hier keinen größeren Einfluss hat als etwa der LV Berlin, der gerade mal gut 400 Leute vertritt. Kritisch gesehen werden muss wohl, dass die Stimmberechtigung des Präsidiums eine saubere Trennung zwischen Kontrolleuren und Kontrollierten unterläuft.

Die Note mangelhaft gibt's auch in Sachen Transparenz. Proto­kolle der Hauptausschuss-Sitzungen bleiben unter Verschluss. Die Mitglieder der Landesverbände, also die Vereine, können daher nicht kontrollieren, wie sich ihre Landesverbandspräsidenten auf DPV-Ebene positionieren.

Das 2010 eingeführte bundesweite Ranking berücksichtigt deutsche Meisterschaften und die 2011 erstmals ausgespielten DPV Masters. Der Wertungszeitraum beträgt drei Jahre. Im laufenden Jahr erzielte Punkte werden dreifach, im Vorjahr erzielte Punkte doppelt gewichtet. Jeweils zum Jahreswechsel wird die Rangliste entsprechend zurückgesetzt. Mehr »

DM. Für das Erreichen der K.o.-Runden und pro Sieg in diesen Runden werden 3 Punkte vergeben. DM-Gold in einem üblichen 128er-Feld (7 Runden) zählt also 21 Punkte. Siege im B-Turnier werden mit je einem Punkt honoriert.

DPV Masters. Hier zählen Siege ab der vierten Runde (die nach der Cadrage) im A-Turnier je 3 Punkte, im B-Turnier je 1 Punkt. Auch 1 Punkt je Sieg gibt's im C-Turnier, allerdings erst ab Runde 5.

Vereinswertung. Hierfür werden die Ranglisten-Punkte von maximal sechs Vereinsmitgliedern addiert, selbstverständlich der sechs bestplatzierten. In gewöhnlichen Jahren waren ca. 250 Clubs platziert, d. h. etwa jeder dritte.

Frauen und 55+. Für diese beiden Gruppen werden separate Rankings geführt. Es zählen alle Punkte aus der allgemeinen Rangliste, zusätzlich wird bei den Frauen die Frauen-DM, bei den Veteranen die DM 55+ berücksichtigt.

Rechtsgrundlage. Detailliert geregelt ist das Thema in der Richtlinie DPV-Rangliste und DPV-Ranglistenturniere ».

Links. DPV-Rangliste » |  Top-Platzierungen seit 2010 »

Wie jeder eingetragene Verein muss auch der DPV regelmäßig Mitglieder­ver­samm­lungen (hier: Verbandstage) abhalten, die über grundsätzliche Fragen und den Haushalt entscheiden und den Vorstand wählen (hier: Präsidium). Die Mitglieder des DPV, also die zehn Landesverbände, verfügen zusammen über 64 Stimmen, die sich nach Größe der Landesverbände verteilen. Mehr »

Verteilungsgrundlage sind die von den Landesverbänden gemel­deten Anzahlen ihrer Verbandsangehörigen (= Mitglieder der Mitgliedsvereine) mit und ohne Lizenz, jeweils zum 31.12. des Vorjahres. Alle Landesverbände erhalten eine Grundstimme, die übrigen 54 Stimmen werden nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren verteilt. Im Ergebnis sah die Stimmverteilung 2017 so aus:

BaWü Bay Berl Hess NiSa Nord NRW Ost RhPf Saar
16 5 2 6 9 3 11 2 5 5

Die Landesverbände können ihre Stimmen nur en bloc, also ein­heit­lich abgeben. Bei Stimmengleichheit in Sachfragen entscheidet der Präsident, der sonst aber kein Stimmrecht hat.;

Ordentliche Verbandstage finden einmal jährlich statt, neuerdings im vierten Quartal. Weitere, mithin außerordentliche Verbandstage sollen stattfinden, wenn dies von mindestens drei Mitgliedern oder von mindestens zwei Präsidiumsmitgliedern gefordert wird.

Seit 1998 organisiert die CEP jährlich einen Titelkampf für nationale Vereinsmeister (6er-Teams). Begegnungen werden im Tête-à-tête (6x), Doublette (3x) und Triplette (2x) ausgetragen. In der Vergangenheit war der Wettbewerb in räumlich separierte Vorrunden-Gruppen und ein Finalturnier gegliedert worden. Ab 2021 soll der EuroCup in einer einzigen Veranstaltung jeweils Anfang Dezember in Saint-Yrieix-sur-Charente (F) zusammengefasst werden. Siehe auch: Liste der Sieger seit 1998 »

Die 1957 gegründete Fédération Internationale de Pétanque et Jeu FIPJPProvençal ist der zuständige Weltverband mit Sitz in Marseille. Seine Mitglieder sind 101 nationale Pétanque-Verbände: 25 in Afrika, 26 in Asien, 4 in Amerika, 41 in Europa und 5 vom fünften Kontinent (Stand: Mai 2021). Zuständig ist der Weltverband für die Weltmeister­schaften, für das offizielle Regelwerk und z. B. auch für die Zulassung von Wettkampfkugeln nach einem technischen Pflichtenheft (Cahier des Charges). Oberstes Organ ist der jährlich am Rande einer WM stattfindende Kongress, auf dem jeder nationale Verband mit einer Stimme vertreten ist. Ausführendes und mächtigstes Organ ist das vom Präsidenten geleitete Comité directeur. Seit vielen Jahren prägende Figur an der FIPJP-Spitze ist der Franzose Claude Azéma. Über die CMBS ist die FIPJP mehreren weltweiten Dachverbänden (z. B. IOC und World Games) angeschlossen bzw. assoziiert. Siehe FIPJP-Website »

Alljährlich, meist Ende April, organisiert die Deutsche Pétanque-Jugend (dpj) einen Vergleichskampf der zehn Landesverbände. Dieses Jugendländermasters wurde zuletzt in drei Altersklassen ausgetragen: Espoirs (U23), Junioren (U18) und Cadets (U15). Gespielt wird Triplette mit Auswechselspieler. Der Turniermodus variiert nach Zahl der gemeldeten Teams. 2019 waren sieben U23-, neun U18- und sechs U14-Mannschaften am Start.

Drei- bis fünfköpfiges Gremium, das am Rande verbandsoffizieller Wettkämpfe zur Konfliktregulierung auf Stand-by gehalten wird. Schlechtwetterpausen und andere Abweichungen vom angekündigten Turnierablauf bedürfen der Jury-Zustimmung. Auch ein Lizenzentzug bei Unsportlichkeiten fällt in die Zuständigkeit der Jury. Gegen vermeintlich fehlerhafte Entscheidungen des Veranstalters kann bei der Jury Einspruch eingelegt werden. Typischerweise ist eine Jury mit dem Oberschiedsrichter, einem Verbandsvertreter und einem Vertreter des Ausrichters besetzt. Siehe Artikel 41 des Règlements »

Neben dem Schweizer System ist KO-ABCD der beliebteste Turniermodus in Deutschland. Die beiden ersten Runden (genannt Vorrrunden) sind bei beiden System identisch. Danach folgt hier aber das K.o.-Verfahren: Teams mit zwei Siegen spielen im A-Turnier um das Weiterkommen, Teams mit Sieg und Niederlage tun dies im B-Turnier, solche mit Niederlage und Sieg im C-Turnier, während das D-Turnier alle Teams mit zwei Vorrunden-Niederlagen aufnimmt. Bei KO-ABCD sind also drei Spiele garantiert, alle vier Teilturniere in etwa gleich groß. Mehr »

Wettkampf-geeignete Pétanque-Kugeln messen im Durchmesser zwischen 70,5 und 80 mm, wiegen zwischen 650 und 800 Gramm und bestehen aus Metall (vgl. Artikel 2 Reglement). Als Metalle verwendet werden vor allem Carbon- und Inox-Stähle, selten auch Messing-Legierungen. Hersteller-Logo und Gewichtsangabe müssen eingraviert sein. Weitere Gravuren wie Kennziffern und Spielername sind zulässig. Ein jährlich aktualisiertes FIPJP-Dokument listet alle zugelassenen Modelle auf. Mehr »,

Alljährlich organisiert der DPV einen Vergleichskampf seiner zehn Landesverbände, immer unterm Hallendach und ausschließlich im Triplette. Jeder teilnehmende Landesverband entsendet fünf drei- oder vierköpfige Teams in den Kategorien Senioren (2x), Frauen, Espoirs und Jugend. Mehr »

Verbandsoffizielle Wettbewerbe wie Liga, Meisterschaften und die meisten Ranglistenturniere sind für lizensierte Vereinsmitglieder reserviert. Die Lizenz (ein Lichtbildausweis) gilt in allen Mitgliedsländern der FIPJP ». Während woanders (z. B. Niederlande) maschinenlesbare Plastikkärtchen ausgegeben werden, hält der DPV an papiernen Ausweisen fest, die mit Jahresbeitragsmarken beklebt und damit erst gültig werden. Mehr »

Zu Recht in Vergessenheit geratener Turniermodus, bei dem sich das Starterfeld in drei Vorrunden nach vereinfachtem Schweizer System aufteilt: drei Siege bedeuten A-Turnier, zwei Siege B-Turnier, ein Sieg C-Turnier, kein Sieg D-Turnier. Was stimmig klingt, hat einen erheblichen Haken: In B- und C-Turnier landen im Schnitt dreimal so viele Teams wie in A- und D-Turnier; B- und C-Turnier enden daher ein bis zwei Spielrunden später.

Triplette-Turnier, namensgleich mit französischer Natonalhymne und Marseilles ehedem kommunistischer Tageszeitung, die das Turnier publizistisch begleitet. Gestartet wird üblicherweise am ersten Juli-Sonntag. Erstmals 1962 ausgetragen, hat sich das Turnier schon früh zum unangefochten größten Pétanque-Ereignis weltweit entwickelt. Regelmäßig werden weit über 10.000 Teilnehmer registriert. Gespielt wird striktes K.o. ab Runde 1. Die Schlussrunden am Mittwoch werden vor mobilen Tribünen ausgetragen und live übertragen. Rekordsieger ist Albert Pisapia (1922 - 2012) mit sieben Triumphen, zuletzt 1990 (Foto: INA). – Website »

Die Turnierserie "Masters de Pétanque" wird von der privaten Agentur Quarterback jährlich seit 1999 organisiert. Die zuletzt mit über 150.000 EUR Preisgeld ausgestattete Serie besteht aus sieben Etappen und einem abschließenden Final-Four-Turnier. Startberechtigt sind jeweils sieben vierköpfige Teams für die ganze Serie sowie  ein wechselndes Quartett, das vom lokalen Ausrichter nominiert wird.  Mehr »

Neben dem Liga-Spiel hat sich eine zweite Form von Mann­schafts­wettbewerben etabliert: der Pokal. Beispiele sind der EuroCup, die Coupe de France des Clubs, der NRW-Cup und der BBPV-Pokal in BaWü. Überall gilt striktes K.o.-System und der dreiphasige Ablauf mit Tête-à-tête (6x), Doublette (3x) und Triplette (2x). Pro Verein wird ein Team zugelassen. In Deutschland gab es einst den privat organisierten Ricard-Cup.

Bei diesem Turnier-Modus werden Vierer-Gruppen gebildet. In drei Runden sortieren sich die Beteiligten in zwei Hälften (A und B). Nach frei gelosten Partien in Rd. 1 paaren sich Sieger und Verlierer in Rd. 2. Wer nun zwei Siege oder zwei Niederlagen hat, pausiert in Rd. 3, während die Teams mit einem Sieg in einer dritten Partie (= "Barrage") ermitteln, wer ins A- und wer ins B-Turnier wandert. Poule-System wird zum Auftakt nationaler Meisterschaften in Deutschland und Frankreich gespielt.

41 Artikel auf zwölf A4-Seiten umfasst das Règlement Officiel Pour Le Sport De Pétanque, das zuletzt im Dezember 2020 vom Comité Directeur des Weltverbands geändert wurde und automatische Geltung für alle verbandsoffiziellen Wettkämpfe in allen Mitgliedsverbänden beansprucht. Für Deutschland hat der DPV allerdings seine deutsche Übersetzung, die in ein paar Punkten inhaltlich abweicht, für verbindlich erklärt. Offizielle Spielregeln »

Weil es 1895 bei einem Schachturnier in Zürich seine Premiere erlebte, heißt es Schweizer System, wenn alle Teilnehmer eines Turniers gleich viele Runden spielen und in jeder Runde einen Gegner zugeordnet bekommen, der bis dahin dieselbe Erfolgsbilanz aufweist. Mehr »

In der strengen Form wird beim Schweizer System nach jeder Runde eine exakte Rangtabelle aufgestellt, so dass in der Folgerunde der 1. gegen den 2., der 3. gegen den 4. spielen kann usw. Im Pétanque wird meist weniger strikt verfahren: Alle Teams mit derselben Zahl von Siegen werden per Los für die Folgerunde gepaart.  Das freie Losen kann in vier Hinsichten eingeschränkt werden: Zwei Teams sollen nicht zweimal gegeneinander spielen. – Weist eine ungerade Anzahl von Teams dieselbe Zahl von Siegen auf, wird ein schlechter platziertes Team hinzugezogen (hochgelost). In diesem Fall soll kein Team zweimal hochgelost, also benachteiligt werden, und kein Team zweimal auf einen hochgelosten Gegner  treffen. Und schließlich wird das bei ungerader TN-Zahl nötige Freilos immer nur an ein bis dahin siegloses Team vergeben werden.

Regelmäßig wird das Schweizer System mindestens so lange fortgesetzt, bis nur noch ein Team ohne Niederlage dasteht. Da sich die Zahl der Unbesiegten von Runde zu Runde in etwa halbiert, berechnet sich die Zahl der höchstens benötigten Runden als aufgerundeter Logarithmus der TN-Zahl zur Basis 2. Idealerweise ist die TN-Zahl eine Zweierpotenz (32, 64, 128, 256 usw.). So ist die Rundenzahl exakt vorhersehbar; Freilose und Hochlosen werden überflüssig.

Wer ermitteln will, wie viele Teams nach einer Runde mit einer bestimmten Anzahl von Siegen dastehen, stellt eine Pyramide auf. Ganz oben steht die Größe des Starterfelds, hier 128. Jede Zelle in den folgenden Reihen enthält die halbe Summe der direkten oberen Nachbarzellen. Ganz links (grün) halbiert sich von Runde zu Runde die Zahl der noch unbesiegten Teams, ganz rechts (rosa) reduziert sich die Zahl der noch sieglosen Teams entsprechend. Wer die Pyramide für ein 32er-Feld erstellen will, muss nur alle Zahlen durch 4 teilen und die beiden untersten Runden (Reihen) weglassen. Nur bei idealen Starterfeldern (Zweierpotenz) lässt sich eine solche Pyramide eindeutig konstruieren. (Für mathematisch Interessierte: Die jweils unterste Zeile einer solchen Pyramide ist identisch mit der entsprechenden Zeile im Pascalschen Dreieck ».)

Beliebte Variante: Das Schweizer-Turnier wird gestoppt, sobald noch zwei Teams ohne Niederlage dastehen. Diese beiden tragen dann noch ein Endspiel aus, dem die übrigen TN als Zuschauer einen würdigen Rahmen liefern können.

Damit die Rangtabelle Teams mit identischer Zahl von Siegen unterscheiden kann, wird entweder die Spielpunkte-Differenz als Feinwertung genutzt (dann ist vom vereinfachten Schweizer System die Rede) oder mit der Buchholzwertung » gearbeitet.

Wo Ranglisten-Daten vorliegen, können Turniere durch einen Setzbaum vorstrukturiert werden. Ziel ist es, das Aufeinandertreffen der Favoriten so weit wie möglich herauszuzögern und den Weg von Runde 1 bis ins Finale für alle Starter ähnlich schwer zu gestalten. Den Goldstandard für solche Setzverfahren liefert das Profi-Tennis, wo ein Viertel der Turnierteilnehmer gesetzt wird. Und zwar so, dass die beiden Top-Gesetzten sich erst im Finale, die vier Top-Gesetzten erst im Halbfinale, die acht Top-Gesetzten erst im 1/4-Finale begegnen können usw. Mehr »

In der Pétanque-Welt gedeihen Setzbäume selten. Ein Beispiel liefern NPV-Landesmeisterschaften, die dank Online-Anmeldung und entsprechender Turnier-Software die Mindest­voraussetzungen erfüllen. Hier ein Setzbaum für 32 Teams bzw. 5 Runden:

Setzbaum

Acht der 32 Teams (Pos. 1 bis 8) sind gesetzt. Erst im 1/4-Finale können sich Gesetzte begegnen: 1 gegen 8, 2 gegen 7, 3 gegen 6 und 4 gegen 5, die Summe der gepaarten Setzziffern ist jedesmal identisch.

Eine solche Baumstruktur lässt sich natürlich auch ohne Setzungen, also komplett per Los befüllen. Dies geschieht zum Beispiel bei Deutschen Meisterschaften.

Die Aktiven merken es bei der Einschreibung nicht: Auch für Deutsche Meisterschaften werden Startgebühren fällig. Aktuell berechnet der DPV den Landes­verbänden 13 EUR pro Person. Macht eine jährliche Einnahme von rund 21.000 EUR.

Geregelt in: DPV-Finanzordnung

Pro angefangene 1.000 Lizenzen dürfen die Landesverbände einen Schützen entsenden. Dem NPV standen 2022 für seine gut 2.000 Lizenzen erstmals drei Plätze zu. Ein weiteres, an die Person gebundenes Startrecht hat der Titelverteidiger. Bei der 2017 erstmals durchgeführten Tireur-DM der Frauen wird analog verfahren; pro angefangene 300 Frauen-Lizenzen steht den Landesverbänden ein Startplatz zu. Auf diese Weise waren 2018 bei der offenen Tireur-DM 20 Starter, beim Frauen-Wettbewerb 18 Starterinnen zugelassen.

Geregelt in: DPV-Richtlinie Deutsche Meisterschaften

Das Präzisionsschießen ist die zweite und relativ bedeutungsarme Wettbewerbsform im Pétanque. Ein einzelner Durchgang besteht aus 20 Schüssen, verteilt auf fünf verschiedene Aufgaben („Ateliers”), die jeweils aus vier verschiedenen Distanzen (6 bis 9 m) angegangen werden. Das Zielobjekt liegt in einem Kreis (Durchmesser: 1 m), den es in Folge des Schusses verlassen soll. Je nach Qualität des Treffers zählt ein Schuss 0, 1, 3 oder 5 Punkte. Theoretisch sind bis zu 100 Punkte möglich. Tatsächlich liegt die deutsche Bestleistung bei 58 Punkten, der Weltrekord bei 67 Punkten, gehalten von Christophe Sevilla und Diego Rizzi (Quelle: FIPJP). Mehr »

Seit 2001 ist dieser Wettbewerb das letzte Highlight des franzö­si­schen Pétanque-Jahrs. Auf Einladung der Agentur Quarterback spielen Vierer-Teams aus 32 Städten im K.o.-Modus. Mehr »

Pétanque-Weltmeisterschaften wurden erstmals 1959 im Triplette ausgetragen, formal offen, faktisch aber nur für Männer. Diese WM wurde bis 2009 jährlich ausgetragen. 1987 und 1988 kamen separate Triplette-WMen für Jugendliche bzw. Frauen hinzu. Seit 2000 wurden diese drei Wettbewerbe jeweils um eine Tireur-Konkurrenz erweitert. Eine weitere Disziplin kam 2015 mit dem Tête-à-tête hinzu. Inzwischen scheint sich eine dauerhafte Struktur herausgebildet zu haben: Mehr »

Männer > Triplette und Tir de précision in geraden Jahren
Frauen und Jugend > Triplette und Tir in ungeraden Jahren (spät)
Frauen + Männer > 1:1, 2:2 und 2:2 mixte in ungeraden Jahren.

Die Pétanque-Wettbewerbe beginnen mit fünf Schweizer-Runden, die das Feld in WM und Coupe des Nations teilen. Eine Zwischenrunde kürzt die Felder (je nach Starterzahler) auf ein vollständiges Achtel- oder Viertelfinale.

Beim Triplette der Männer ist das Starterfeld auf 48 limitiert. Als Qualifikation dienen die kontinentalen Meisterschaften.

Bei eng getaktetem Zeitplan kann für einzelne Spielrunden (meist die Vorrunden) ein Zeitlimit gesetzt werden. Partien enden dann nicht mit dem 13. Punkt, sondern mit Ablauf der Frist. Üblicherweise wird aber kein harter Schluss-Gong verhängt. Vielmehr werden noch die laufende Aufnahme zu Ende sowie ein oder zwei weitere Aufnahmen gespielt. Steht es danach remis, wird eine allerletzte Aufnahme fällig. Unvollständige Aufnahmen (Zielkugel fliegt ins Aus) zählen als Aufnahmen. Bei Zeitspiel werden rechts und links benachbarte Spielfelder automatisch zu verbotenem Terrain.

Was im Regelwerk diese dröge Bezeichnung trägt, heißt im realen Leben Sau, Wutz oder Schweinchen. Gefertigt aus Holz oder Kunststoff und beliebig bemalt, bringt es bei 30 mm Durchmesser zwischen 10 und 18 Gramm auf die Waage. Neuerdings zugelassen ist eine von Obut angebotene Zielkugel, die dank eisenspanhaltiger Lackierung mit einem Magneten aufgehoben werden kann. Im DPV sind solche Schweinchen nur dann akzeptiert, wenn sie das Höchstgewicht nicht überschreiten.

Letzte Änderung: 22.08.2022