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Mini-Lexikon

Sollen in einem Turnier nach Schweizer System nicht alle Teams mit derselben Zahl von Siegen auch dieselbe Platzierung erhalten, greift man gern zu Buchholz-Punkten als Feinwertung. Pro Sieg, den seine Gegner im Turnierverlauf erzielt haben, erhält jedes Team je einen B.-Punkt. Je mehr Siege seine Gegner insgesamt erzielten, je stärker also diese Gegner waren, desto höher wird das Team in der Endtabelle platziert. Mehr »

Laut Wikipedia wurde die Buchholz-Wertung 1932 von dem Magde­burger Bruno Buchholz für Schachturniere entwickelt. Die Taktik in Schweizer-Turnieren, die erste Runde absichtlich zu verlieren, um im weiteren Verlauf auf schwächere Gegner zu treffen, geht bei Buchholz-Wertung nicht auf.

Zur Unterscheidung von Teams, die auch dieselbe Buchholz-Punktzahl haben, gibt es Feinbuchholz-Punkte. Sie entspechen der Summe der Buchholzpunkte meiner Gegner und sind damit ein Maß für die Spielstärke der Teams, gegen die meine Gegner im Turnierverlauf spielen mussten.

Buchholz-Wertungen ohne Computer-Unterstützung sind möglich, aber mühselig und zeitaufwändig.

DBBPV

Ja, Pétanque wird unterm Dach des Deutschen Olympischen Sport­bunds (DOSB) gespielt. Aber nur indirekt. Der DPV, der Boccia Bund Deutschland und der Deutsche Boule-Verband (Sektion Lyonnaise) bilden gemeinsam den Deutschen Boccia-, Boule- und Pétanque-Verband (DBBPV). Nur dieser gemeinsame Dach­ver­band der Kugel­sportarten wird vom DOSB als Mitgliedsverband anerkannt. Mehr »

Seinen Sitz hat der 1988 gegründete DBBPV zurzeit in der Sieg­burger DPV-Geschäftsstelle wie auch sämtliche Vorstands­ämter mit Pétanque-Funktionären besetzt sind. Seltsamerweise werden mehrere DPV-Landesverbände (darunter Saar und BaWü) auch direkt als Mitglieder des DBBPV geführt, sind dort also in gewisser Weise doppelt präsent. Über eine eigene Website, auf der sich z. B. die Satzung nachlesen ließe, verfügt der DBBPV nicht.

(Von frz. cadre = Rahmen.) Die Cadrage ist eine spezielle Spiel­runde zu Beginn von Turnieren mit K.o.-System. In der C. werden nur so viele Partien gespielt, dass danach 8, 16, 32, 64 ... Teams übrig bleiben. Die Sieger der Cadrage-Spiele und die derweil spielfreien Team tragen danach ein vollständiges Viertel-, Achtelfinale oder 1/16-Finale (usw.) aus. Mehr »

Rechenbeispiel. 53 Teams starten ins Turnier. Damit in Rd. 2 noch 32 Teams das 1/16-Finale austragen können, müssen 21 Teams in Rd. 1 ausscheiden.  Dazu werden 21 Partien mit 42 Teams angesetzt; die übrigen elf Teams ziehen per Freilos ins 1/16-Finale ein. Die Zahl der Freilose ergibt sich auch so: Nächsthöhere 2er-Potenz minus Anzahl der Teams. Im Beispiel: 64 - 53 = 11.

Poule-System

Bei diesem Turnier-Modus werden Vierer-Gruppen gebildet. In drei Runden sortieren sich die Beteiligten in zwei Hälften (A und B). Nach frei gelosten Partien in Rd. 1 paaren sich Sieger und Verlierer in Rd. 2. Wer nun zwei Siege oder zwei Niederlagen hat, pausiert in Rd. 3, während die Teams mit einem Sieg in einer Barrage ermitteln, wer ins A- und wer ins B-Turnier wandert. Poule-System wird zum Auftakt nationaler Meisterschaften in Deutschland und Frankreich gespielt. Mehr »

Eher verwirrend ist es, wenn Vierer-Gruppen, die das Feld nach Rd. 2 in die Teilturniere ABCD aufteilen, auch als Poules bezeichnet werden. Falsch ist auch die Schreibung Pool; das englische Wort für Tümpel, Becken, Wetteinsatz usw. hat mit Pétanque nichts zu tun.

Weil es 1895 bei einem Schachturnier in Zürich seine Premiere erlebte, heißt es Schweizer System, wenn alle Teilnehmer eines Turniers gleich viele Runden spielen und in jeder Runde einen Gegner zugeordnet bekommen, der bis dahin dieselbe Erfolgsbilanz aufweist. Mehr »

In der strengen Form wird beim Schweizer System nach jeder Runde eine exakte Rangtabelle aufgestellt, so dass in der Folgerunde der 1. gegen den 2., der 3. gegen den 4. spielen kann usw. Im Pétanque wird meist weniger strikt verfahren: Alle Teams mit derselben Zahl von Siegen werden per Los für die Folgerunde gepaart.  Das freie Losen kann in vier Hinsichten eingeschränkt werden: Zwei Teams sollen nicht zweimal gegeneinander spielen. – Weist eine ungerade Anzahl von Teams dieselbe Zahl von Siegen auf, wird ein schlechter platziertes Team hinzugezogen (hochgelost). In diesem Fall soll kein Team zweimal hochgelost, also benachteiligt werden, und kein Team zweimal auf einen hochgelosten Gegner  treffen. Und schließlich wird das bei ungerader TN-Zahl nötige Freilos immer nur an ein bis dahin siegloses Team vergeben werden.

Regelmäßig wird das Schweizer System mindestens so lange fortgesetzt, bis nur noch ein Team ohne Niederlage dasteht. Da sich die Zahl der Unbesiegten von Runde zu Runde in etwa halbiert, berechnet sich die Zahl der höchstens benötigten Runden als aufgerundeter Logarithmus der TN-Zahl zur Basis 2. Idealerweise ist die TN-Zahl eine Zweierpotenz (32, 64, 128, 256 usw.). So ist die Rundenzahl exakt vorhersehbar; Freilose und Hochlosen werden überflüssig.

Beliebte Variante: Das Schweizer-Turnier wird gestoppt, sobald noch zwei Teams ohne Niederlage dastehen. Diese beiden tragen dann noch ein Endspiel aus, dem die übrigen TN als Zuschauer einen würdigen Rahmen liefern können.

Damit die Rangtabelle Teams mit identischer Zahl von Siegen unterscheiden kann, wird entweder die Spielpunkte-Differenz als Feinwertung genutzt (dann ist vom vereinfachten Schweizer System die Rede) oder mit der Buchholzwertung » gearbeitet.

Startgebühren DM

Die Aktiven merken es bei der Einschreibung nicht: Auch für Deutsche Meisterschaften werden Startgebühren fällig. Aktuell berechnet der DPV den Landes­verbänden 13 EUR pro Person. Macht eine jährliche Einnahme von rund 21.000 EUR.

Geregelt in: DPV-Finanzordnung

Startplätze DM Tireur

Je einen Starter gibt's pro angefangene 1.000 Lizenzen. Dem NPV stehen für gut 1.800 Lizenzen somit zwei Plätze zu. Ein weiteres, an die Person gebundenes Startrecht hat der Titelverteidiger. Bei der 2017 erstmals durchgeführten Tireur-DM der Frauen wird analog verfahren; pro angefangene 300 Frauen-Lizenzen steht den Landesverbänden ein Startplatz zu. Auf diese Weise waren 2018 bei der offenen Tireur-DM 20 Starter, beim Frauen-Wettbewerb 18 Starterinnen zugelassen.

Geregelt in: DPV-Richtlinie Deutsche Meisterschaften

Letzte Änderung: 06.09.2018